WEILAND DER HEILAND

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Eröffnung


Werkstattgalerie
Dahlenerstrasse 52-54
41239 Mönchengladbach
02166 614749
Öffnungszeiten:
Mo. – Fr. 9h30 - 18h30
Sa. 10h00 - 15h00

Am 23.8.2008 wird um 19:30 Uhr die Werkstattgalerie in Rheydt eröffnet, eine neue Kunstplattform für zeitgenössische und interdisziplinäre Kunst.

Aufgabe dieser Galerie ist es international etablierte Künstler und regional aktive Künstler auszustellen.
Augenmerk liegt auf neuen, vitalen und faszinierenden Inhalten und Ausdrucksformen, vor dem Hintergrund einer interdisziplinären Kunstauffassung.

Auf 160 qm Galerieraum und 120 qm Innenhof wird in Zukunft ausgestellt, und im Werkstatt-Atelier werden in naher Zukunft Workshops und Seminare abgehalten. Darüber hinaus befindet sich im gleichen Gebäudekomplex das Werkstattlabor und Werkstattstudio, professioneller Ansprechpartner im Bereich Fotografie und Rahmung.

Eröffnet wird mit dem Fotozyklus „Weiland der Heiland“, einer 24teiligen Arbeit der Mönchengladbacher Künstler Link, Kress und Weiland.

Dieser Zyklus wurde erstmalig vor genau einem Jahr in den USA, in San Antonio – Texas, ausgestellt und sorgte dort für Furore.

Dieser Zyklus besticht aufgrund seiner Gratwanderung zwischen den unterschiedlichsten Heils- und Unheilsbringern der Menschheitsgeschichte, allesamt dargestellt von Vaago Weiland und fotografiert von Anna Link und Marc-Daniel Kress.

Die Ausstellung ist geöffnet bis zum 4.Oktober 2008.

Einladung (pdf)

Plakat (pdf)

 

 

„Idole, Ikonen, Stars“
oder
„Die verblüffenden Verwandlungen des Vaago Weiland, inszeniert und dokumentiert von Anna E. Link und Marc-Daniel Kress“

Der früh verstorbene Schauspieler James Dean, der als Inbegriff des genialen Wissenschaftlers geltende Physiker und Nobelpreisträger Albert Einstein, der große Maler und ebenso große Selbstinszenator Salvador Dali, die Diktatoren Adolf Hitler und Josef Stalin, der Westernheld John Wayne, die Werbefigur „Meister Proper“, der indische Religionsstifter Gautama Buddha, Mutter Teresa, Osama Bin Laden, Maria, Christus, Adam und Eva, Marilyn Monroe, Marlene Dietrich –
von all diesen Personen tragen wir idealisierte Bilder im Kopf, die uns von deren Anhängern, vor allem aber auch von den Medien vermittelt werden.

Die verschiedenen gesellschaftlichen Felder und Bereiche (Religion, Wissenschaft, Kunst, Politik, etc.), in denen sie zu Ruhm und (oftmals zweifelhafter) Bekanntheit gelangten, unterscheiden sie von einander. Von uns zugewiesen werden sie überwiegend den Sphären Gut (Mutter Teresa oder Maria) und Böse (Adolf Hitler oder Osama Bin Laden). Gemeinsam ist ihnen allen aber, dass sie ins Bewußtsein der Gesellschaft Eingang gefunden haben. Wir nennen sie Stars, Idole, Vorbilder, Ikonen, je nachdem, wie lange ihr Wirken zurückliegt, aber auch in Abhängigkeit von ihren Taten.

Seit Anbeginn hat sich die Menschheit, in Erkenntnis der eigenen Unzulänglichkeit, Idole und Götzen geschaffen. Sie waren schon in der Jungsteinzeit, besonders aber in der Bronzezeit im gesamten Mittelmeerraum, im Nahen Osten und auch auf dem Europäischen Festland verbreitet und nahmen je nach Kultur charakteristische Formen an.

Seit dem 6. Jahrhundert nach Christus haben Ikonen (vom griechischen “Bild“, „Abbild“) in der Ostkirche als geweihte Bilder für die Theologie und Spiritualität große Bedeutung. Ihr Zweck ist es, Ehrfurcht zu erwecken und eine existentielle Verbindung zwischen dem Betrachter und dem Dargestellten herzustellen.

Ein Star ist eine prominente Persönlichkeit, Schauspieler, Musiker, Schriftsteller, aber auch Sportler oder sogar Politiker. Um ein Star zu sein, muss der betreffenden Person auch ein gewisses Maß an Beliebtheit, Bewunderung und Verehrung zuteil werden. Die Rituale der Verehrung und Bewunderung werden auch als Kult im säkularen Sinne bezeichnet. Ähnlich wie in der Religion nährt sich der Starkult häufig aus einer Vielzahl von Mythen und Legenden. Diese entstehen aus der Vermischung von medienvermittelten Bildern, eigenen, oft verklärten Erinnerungen und projizierten Sehnsüchten, deren Wahrheitsgehalt schwer zu überprüfen ist.

Zu Beginn des Jahres 2006 haben der Bildhauer, Performance- und Medienkünstler Vaago Weiland und das mit ihm befreundete Fotografenehepaar Anna E. Link/Marc-Daniel Kress das ebenso ambitionierte wie originelle Projekt „Idole, Ikonen, Stars“ in Angriff genommen. In mehrtägigen schwierigen Arbeitssitzungen hat Vaago Weiland die Darstellung von männlichen und weiblichen Idolen der Vergangenheit und Gegenwart wie in einer Metamorphose vollzogen.
Durch intensive Studien der Charaktere hat er mit großem Einfühlungsvermögen die individuelle Wesenhaftigkeit der von ihm dargestellten Idole erfasst und deren signifikante Haltungen in Ausdrucksmomenten angenommen. Typische Requisiten, Kleidungsstücke und Masken optimieren den Eindruck dieser inszenierten Bilder.

Link und Kress, deren Arbeitsschwerpunkt bislang überwiegend im Bereich der Akfotografie lag, haben diesen Prozess der Verwandlung mit der Kamera begleitet. Die sorgfältig gewählte Ausleuchtung, die gekonnte Auswahl der Perspektive und die sensible Komposition und Bildbearbeitung perfektionieren die Illusion der Darstellung. Entstanden ist so ein Zyklus von vierundzwanzig großformatigen Schwarz-Weiß-Arbeiten, die Zeugnis ablegen von der Wandlungsfähigkeit des Künstlers in die dargestellten Personen.

Auf diesen Bildern ist Vaago Weiland der früh verstorbene Schauspieler James Dean, er ist der große Maler und Selbstinszenator Salvador Dali, er ist Adolf Hitler und Josef Stalin, Mutter Teresa, Osama Bin Laden und Marlene Dietrich.

Die Augentäuschung ist gelungen. In absoluter Perfektion wird jenes mythische Bild realisiert, welches wir von den jeweiligen Personen in unseren Köpfen tragen.

von Dr. Peter Kress


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